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Dienstag, 2. Juli 2013

"Hinter dem Blau. Ein kleines Mädchen verliert seinen Vater. Eine junge Frau findet zu sich. " { book review vol II }

9 Liebesnoten
Hallo ihr Lieben, lange ist es her das ich hier auf dem Blog mein erstes Buchreview veröffentlicht habe. Zum Großteil lag das wohl daran das ich angefixt von Laura, damit begonnen habe die "Tribute von Panem"-Triologie zu lesen und da sie auf ihrem Blog zu diesen Büchern schon ausführlich und sehr schön berichtet hat wäre es wohl sinnlos bzw. überflüssig gewesen, das hier auch nochmal zu tun.
Heute soll es allerdings um ein etwas tiefgründigers Thema gehen, das Buch "Hinter dem Blau" von dem ich euch erzählen will, handelt nämlich von einem Mädchen, das seinen Vater durch dessen Selbstmord verloren hat, und als junge Frau endlich versucht damit umzugehen und leben zu lernen.
"Warum sucht die sich so ein Buch aus?", wird sich der ein oder andere von euch jetzt vielleicht denken. Weil es mich berührt und irgendwie auch persönlich angesprochen hat. Ich habe meinen Vater nicht durch so ein schreckliches Erlebnis verloren, nein. Mein Vater ist vor 6 Jahren zu einer anderen Frau gezogen und hat seine Familie und mich im Stich gelassen, etwas ganz anderes eigentlich. Aber etwas das mein Leben ziemlich aus den Fugen gerissen und mich sehr beeinflusst hat.
Ich war lange Zeit am Zweifeln ob ich das Alles überhaupt hier auf dem Blog schreiben soll, denn ich bin nicht darauf aus euch euer Mitleid oder sonst etwas Ähnliches zu entlocken. Nichtsdesto trotz ist das ein Teil meiner Geschichte und ein Teil von mir, mit dem ich genauso lernen muss zu leben wie die Schriftstellerin des Buches mit ihrer Geschichte. Und der Grund, warum ich dieses Buch gekauft habe, sollte einfach nicht unerwähnt bleiben.


Das sagt der Klappentext:
Die fröhliche Studentin Sunny schreibt ihre Abschlussarbeit zum Thema "Lebenslust und Lebensmüdigkeit-der Selbstmord als Kulturphänomen". Was niemand weiß: Sunny´s Kindheit wurde von einer Tragödie überschattet. Als sie fünf Jahre alt war, beging der manisch-depressive Vater Selbstmord. Zwanzig Jahre nach seiner Tat sichtet sie den Nachlass des Vaters und beschäftigt sich erstmals intensiv mit seiner Geschichte und den Motiven für seine Tat. Was sie dabei entdeckt, schockiert Sunny, hilft ihr aber auch, ihm zu vergeben. Energisch packt sie ihre Zukunft an.

 Alle 40 Sekunden nimmt sich ein Mensch das Leben. Der Selbstmord gehört damit zu den häufigsten Todesursachen weltweit, bleibt aber eines der größten Tabus der Menschheit. In Deutschland begeben sicher immer mehr Menschen wegen Depressionen in Behandlung. Viele entscheiden sich trotzdem für den Suizid, vorallem Männer wählen diesen Weg. Familien und Freunde bleiben zurück. Alexa von Heydens einfühlsam erzähltes Memoir bietet einen berührenden Einblick ein ein Thema, über das in unserer Gesellschaft häufig geschwiegen wird, und schildert hautnah das Schicksal einer Betroffenen. 


Alexa von Heyden - Hinter dem Blau from Eden Books on Vimeo.

Alle 40 Sekunden entscheidet sich jemand nicht mehr leben zu wollen. Ist das nicht schrecklich? Habt ihr das gewusst? Für mich ist das irgendwie unvorstellbar. Wie kann ein Mensch, wie kann ein Vater so etwas seiner Familie antun? Was muss in so jemandem vorgehen, das er all das einfach so zurück lassen kann? Ich glaube diese Antwort hat bisher wohl noch keiner gefunden und auch Alexa konnte diese Frage nicht beantworten. Wenn man darüber nachdenkt kann man wohl nur erahnen, wie schlimm diese Krankheit sein muss.

So begann ich dieses Buch also ziemlich unwissend was das Thema Suizid betrifft, und eher in der Hoffnung zu erfahren wie Alexa mit dem Verlust ihres Vaters, nach all den Jahren der Wut auf ihn, umging. 

Die ersten Seiten auf denen Alexa davon erzählt wie Sunny ihren Freund kennenlernt (wie ich gelesen habe hat sie den inzwischen sogar geheiratet), brachten mich immer wieder zum schmunzeln und zauberten mir ein kleines Lächeln auf mein Herz. Irgendwie fühlte ich mich sofort mit ihr auf einer Ebene und viele Gedanken sprachen mir total aus dem Herzen, obwohl ich bevor ich sie las, garnicht gewusst hatte, das ich so empfinde.


Um so weiter ich las um so öfter lief mir dann allerdings auch ein Schauer nach dem anderen über den Rücken und ich musste oft schwer schlucken. Alexa schreibt davon wie sie den Selbstmord ihres Vaters  mit ihren wínzigen 5 Jahren erlebt hat und wie sich aus Unverständnis und Angst immer mehr die Wut in ihr breit machte. Während ihre Schwester alles laß was sie über ihren Vater in die Hände bekommen konnte, wollte Alexa/ Sunny lange nichts mehr von ihrem Vater wissen, baute eine hohe Schutzmauer um sich auf und ergriff oft lieber die Flucht als sich den Tränen und der Trauer ihrer Familie zu stellen. Erst viele Jahre später wurde ihr klar das es so nicht weiter gehen konnte. "Ich bin jetzt 25 Jahre alt und habe keinen Schimmer wer ich bin."

Es folgten lange Gespräche mit ihrer Mutter und das austauschen von alten Erinnerungen mit ihrer Schwester Caro. Alexa studierte wochenlang alte Briefe und Dokumente und fuhr schließlich sogar zu ihrem alten Wohnhaus wo alles passierte. Wozu das alles führte verrate ich euch jetzt natürlich nicht, das müsst ihr dann schon im Buch lesen.


Letzendlich kann dieses Buch natürlich nicht wieder gut machen, was Alexa, und vermutlich auch viele andere Menschen die einen geliebten Menschen durch so etwas verloren haben, durchleiden musste/n. Aber es kann helfen zu erkennen, das man nicht alleine ist mit seinen Ängsten und Sorgen, das man Schwächen und Fehler bei sich zulassen und sich ab und zu von anderen auch mal helfen lassen muss/kann. Mir hat dieses Buch insofern geholfen, das es mir wieder bewusst gemacht hat, das ich nicht die Einzige bin, die keinen Vater mehr hat, der für sie da ist, das man aber trotzallem noch das Glück & die Liebe im Leben finden kann.

Kennt jemand von euch eigentlich dieses Buch oder hat es sogar schon gelesen? 

Kürzlich saß ich draußen in der Sonne und im Nachbarsgarten spielten ein paar Kinder, als ein Mädchen rief: "Papaaa..? Ich hab dich lieb!" .... Ich ich finde, wer kann, sollte das seinem Papa (und sowieso allen Menschen die man liebt) so oft es nur geht sagen. Denn es kann eine Zeit kommen, in der das nicht mehr möglich ist.

Ich hoffe wirklich sehr ich habe euch mit diesem Thema, oder allgemein mit diesem Post nicht allzusehr schockiert und ihr versteht meine Beweggründe überhaupt über so ein Buch zu schreiben. Der nächste Post wird wieder fröhlicher, versprochen.

Liebste Grüße, eure Sarah

P.S.: Sollte der ein oder andere von euch sich vielleicht wundern, warum es jetzt noch keinen Monthly Review-Post gab, hier schnell eine kleine Info: Da ich nämlich in letzter Zeit das Gefühl hatte das euch diese Posts garnicht so interessieren und ich im Juni auch nicht allzu viel bildlich festgehalten habe, möchte ich euch nächste Woche einfach mal von meinem schönsten Tag im Juni erzählen, meinem Bloggertreffen mit der lieben Toni. Ob ich diese Postreihe dann diesen Monat wieder wie normal weiterführe oder nicht muss ich noch entscheiden. Schreibt mir doch einfach mal ob euch das überhaupt noch interessiert oder doch eher langweilt. Ich würde mich sehr über eure Rückmeldung dazu freuen!

Montag, 4. Februar 2013

"Das Mädchen mit den gläsernen Füßen". Ali Shaw

10 Liebesnoten
Hallo ihr Lieben, bitte entschuldigt die etwas länger andauernde Pause hier auf dem Blog. Ich mutierte in den letzten Tagen leider einwenig zum Murmeltier im Winterschlaf und war folglich häufiger im Bett anzutreffen als bei der Arbeit an irgendeinem meiner zahlreichen Blogprojekte. Nun gehts aber auch bei mir los mit dem neuen Bloggermonat Februar. In den ich auch gleich mal mit einer neuen Rubrik starten möchte.

Sicher wenige von euch wissen wie unheimlich gerne ich lese, denn diese Leidenschaft, ja ich möchte fast sagen, diesen Teil meiner Persönlichkeit (denn das ist schon seit meiner Kindheit so) habe ich bisher kaum bis garnicht in meinen Blog einfließen lassen. Das soll sich heute aber ändern. Ich habe lange überlegt, ob ich mir so einen Post überhaupt zutraue, mein Plan ist es aber euch in Zukunft immer mal wieder ein Buch vorzustellen, das ich gerade gelesen habe, und euch an meinen Gedanken darüber teilhaben zu lassen. Sicher, das ist keine neue Idee, aber darum geht es mir auch nicht. Es soll einfach eine weitere Möglichkeit sein, euch zu zeigen was mich in meinem Leben alles so inspiriert, in manchen Fällen vielleicht auch prägt, denn ich bin mir sicher, so etwas können Bücher.


Los gehen soll es mit einem Buch das mich vom ersten Augenblick an fasziniert hat: "Das Mädchen mit den Gläsernen Füßen". Schon als ich in einer Zeitschrift auf einen kleinen Artikel darüber stieß und die wenigen Worte über dieses Buch laß, wusste ich das ich tiefer in diese wundersame Welt von Ali Shaw eintauchen wollte. Ich suchte sofort im www. danach und wenige Tage später hielt ich es endlich in meinen Händen. Ich muss wohl nicht erwähnen das es nicht lange dauerte bis ich den Buchdeckel öffnete und in den schönen Seiten voller Poesie versank.
"Seltsame Dinge gehen auf St. Hauda´s Land vor: Eigentümliche geflügelte Kreaturen schwirren umher, in schneebedeckten Wäldern versteckt sich ein Tier, das mit seinem Blick alles in Weiß verwandelt, im Meer sind wundersame Feuerwerke zu beobachten... und Ida Maclaird verwandelt sich langsam, von den Füßen aufwärts zu Glas.
Nun kehrt sie an den Ort zurück, wo alles begann, in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Doch stattdessen findet sie die große Liebe: Mit ihrer traurigen und trotzigen Art schafft es Ida, die Knoten in  Mida´s Herzen zu lösen. Gemeinsam versuchen sie nun, das Glas aufzuhalten."

Im Vordergrund der Geschichte steht natürlich die seltsame Verwandlung von Ida´s Füßen , die immer mehr zu Glas werden, ein Gedanke der einem immer wieder unvermittelt zwischen den Seiten dieses Buches einen leichten Schauer über den Rücken jagt.


Doch das ist nur der Aufhänger für etwas das viel tiefer geht.
Vielmehr handelt dieses Buch von der Geschichte zweier Menschen, von aufkeimender Liebe die zwischen der resuluten Ida und dem jungen in sich gekehrten Mann Midas zu wachsen beginnt, die aber gleichzeitig bedroht wird von der Existenz des Glases, das sich scheinbar unaufhaltsam seinen Weg in Ida´s Körper sucht. Es geht um das überwinden von Ängsten und Hindernissen, darum Gefühle zuzulassen, Mut zu zeigen und für seine Überzeugung un die Menschen die man liebt einzustehen und zu kämpfen. Was hinter einem liegt muss manchmal einfach zurück gelassen werden. Kurzum vermittelt dieses Buch unglaublich viel, ist tiefsinnig und berührt.


Neben den beiden Hauptfiguren geht der Autor aber auch auf die Geschichte einpaar anderer Personen ein. Da ist Ida´s Bekannter, ein Freund ihrer Mutter, der Ida auf der Insel bei sich aufnimmt, den ich aber trotz seiner Hilfsbereitschaft von Beginn an nicht wirklich mag, ein Gefühl das sich im Verlauf des Buches immer mehr verstärkt. Außerdem kommen sowohl Midas Vater als auch seine Mutter immer wieder in dem Buch vor, was stark mit der Vergangenheit und der Persönlickeit von Midas selbst zusammen hängt. Besonders mag ich auch die Figur von Denver, ein kleines Mädchen das mich nicht nur einmal beeindruckt und trotz seines geringen Alters eine Weisheit und Herzensgüte in sich trägt, die manch alter Mensch nicht besitzt.


Ob Midas und Ida den Kampf gegen das Glas nun gewinnen und die Möglichkeit bekommen ihr Liebe zu leben, oder nicht, werde ich euch natürlich nicht verraten. Kurzum möchte ich nur sagen das "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" mich sehr bewegt, manchmal hart schlucken, manchmal innerlich lächeln lassen hat.


Eigentlich hatte ich erwartet das im Laufe des Buches vielleicht geklärt wird woher diese seltsame Verwandlung von Ida´s Körper herrührt, allerdings war dies nicht der Fall. Ein kleiner Kritikpunkt vielleicht, einfach weil ich es erwartet hatte.
Alles auf dieser kleinen Insel scheint etwas wundersam, manchmal einwenig düster, und immer irgendwie magisch zu sein. Ali Shaw schafft damit eine Märchenwelt, von der man sich verzaubern lassen kann, auf die man sich aber auch einlassen muss, ohne manche Dinge allzu sehr zu hinterfragen.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich besonders in die Art wie Ali Shaw sein Geschichte erzählt, verliebt habe. Ja seine Worte sind für mich an vielen Stellen wie Poesie, Buchstaben reihen sich aneinander wie die Noten einer Symphonie und werden für mich zu einer wunderbaren Musik.


Allein schon das Cover hat mich verzaubert, als ich das Buch in die Hände nahm. Ich weiß nicht ob man das auf dem Bild sieht, aber alle Seiten sind an ihren Rändern silber überzogen und bilden damit ein schimmerndes Silberband an den drei Außenseiten des Buches. Sowas ist für die Qualität eines Buches zwar nicht entscheident, ich finde aber doch das solche liebevollen Kleinigkeiten ein Buch nochmal aufwerten und man jedes Mal ein Pochen im Brustkorb verspürt wenn man das Buch vorsichtig in die Hände nimmt und die silber schimmernden Seiten vorsichtig aber voller Erwartung aufschlägt.
Seit ich das Buch besitze, habe ich es wirklich unzählige Male in die Hände genommen, darin gebättert und angestrichene, liebgewonnene Passagen immer wieder durchgelesen.
Dieses Buch ist zu einem kleinen Schatz für mich geworden und ich kann es jedem, der Fantasiebücher mag oder sich einfach gerne von wunderbaren Wortspielen verzaubern lässt, wärmstens ans Herz legen.


So nun hoffe ich das auch ein paar Lesewütige unter euch sind, und dieser Post positiv bei euch ankommt. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ihr fleißig kommentiert und mir eure Meinung dazu hinterlasst.
Konnte ich euch neugierig machen mit diesem Review? Kennt jemand von euch das Buch vielleicht schon oder möchte es jetzt lesen?
Liebste Grüße, eure Sarah


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